Runde 5 - Eine Brücke zum Glück

Hallo liebe Computerprofis, ihr habt es bis hier hin geschafft (Zitat: Henning Holinka),
jetzt, drei Tag nach der Reise also endlich mein Bericht zur Glücksrunde Nummer 5. Glück musste man in dieser Runde echt groß schreiben, also eher GLÜCK! Warum betone ich das Wort GLÜCK in dieser Runde so stark? Ganz einfach, weil wir so verdammt viel GLÜCK in dieser Runde hatten und nur dadurch letztendlich mit 2,5-1,5 gegen den Treptower SV gewonnen. Gucken wir uns erstmal die Partien an, in denen das Ergebnis nicht von übermäßigem Glück beeinflusst wurde.
Lennart hat mit Schwarz in der Najdorf-Variante eigentlich eine recht angenehme Stellung erhalten, dann allerdings eine etwas passive Entscheidung getroffen und die Damen getauscht. Danach hat Lennart seinen Läufer auf h4 praktisch schon weggestellt und die äußerst ungünstige Figurenkoordination hat dann zum Qualitätsverlust und damit zum Verlust der Partie geführt.
So! Das wars mit den Partien in denen das GLÜCK keine entscheidende Rolle gespielt hat.
Am wenigsten war es vielleicht noch in der Partie von Åke, in der Åke seine eigene Eröffnung, die Pirc-Verteidigung leider sehr sehr schlecht behandelt und viel zu früh e5 gespielt, so dass Weiß einfach die Stellung öffnen und die Damen tauschen konnte und so eine sehr sehr gute Stellung erreichen konnte. Der Gegner hat sich aber anscheinend auf Pirc vorbereitet und hat die schlechten Züge von Åke einfach ignoriert und normale Standardzüge gespielt, die in der konkreten Stellung zwar okay, aber einfach nicht die Besten waren. Als Weiß dann doch endlich mal auf e5 genommen hatte, war er dann zwar noch gut, aber nicht mehr so durchschlagend wie noch zu Beginn. Åke hatte also zeitlich einen Minusbauern, aber dafür hatte Weiß halt den Doppel-Isolani auf e4 und e5. Åke hat es dann geschafft den e5 zu gewinnen, was nicht allzu schwierig war und dann auch noch den Bauern auf e4 geschnappt, was sehr stark herausgespielt war, indem er ihn wieder auf das schwache Feld e5 gelockt hat. Wenn Åke dann seinen Mehrbauern erst hat ist der schwierige Teil des Åke-Fuhrmann-Stils abgeschlossen und die Partie wird souverän zum vollen Punkt nach Hause geschoben. Ab Zug 10 eine tadellose Partie!
Es stand also 1:1 und diese beiden Partien (Luis an 1 und Henning an 3) mutierten zu einer einzigen GLÜCKsbombe! Ich rede die ganze Zeit von GLÜCK und jetzt zeige ich euch warum:
Henning stand schon nach der Eröffnung mit Weiß nicht allzu gut, weil er in den ersten Zügen eine Zugumstellung zur Vorbereitung nicht erkannte und deswegen mit h3 ein wichtiges Tempo hergab. Schwarz kannte sich dann in der Struktur nicht wirklich gut aus und tauschte die falschen Leichtfiguren ab, so dass die Partie wieder ausgeglichen war. Leider geschah dann etwas, was sonst so noch nicht passiert war: Henning machte fabrizierte einen taktischen Fauxpas und stellt einfach eine Figur für einen Bauern weg. Ab Zug 25 war diese Partie also objektiv verloren und wir hatten uns schon fast mit einem Wettkampf abgefunden, der höchstens 2:2 ausgehen konnte.
Grund dafür war die Partie von Luis mit Weiß an Brett 1. Luis hatte zwar nach der Eröffnung, einem Maroczy-Aufbau gegen den hyperbeschleunigten Drachen (den er dieses Mal fehlerfrei gespielt hat), eine angenehm zu spielende Stellung, aber mehr aus dieser Variante herauszuholen ist natürlich auch schwierig. Nach weiteren 20 Zügen hatte unser Spitzenbrett zwar einen Bauern mehr, aber die Stellung war normalerweise einfach Remis zu halten für Schwarz.
Innerlich hatte ich mich also schon auf eine knappen Niederlage mit 1,5:2,5 eingestellt, doch dann schlug das GLÜCK gleich doppelt zu: Erst spielte Hennings Gegner in dieser Stellung

HenningEndspiel

plötzlich 49…b3, weil er dachte, so seinen Bauern umwandeln zu können. Nach Hennings 50.Txe5 kam noch Ta2+ mit Remisangebot und wir freuten uns zumindest über unser 2:2, weil Luis Stellung sich inzwischen in dieses theoretische Remis verwandelt:

LuisEndspiel1

Hier muss Schwarz eigentlich nur Schachs seitlich von der a-Linie geben oder sich auf die sechste Reihe stellen um den König abzusperren bis Weiß sich gezwungen sieht seinen Bauern nach g6 zu ziehen. Dann geht der schwarze Turm auf die erste Reihe und gibt so lange Schachs von der Grundreihe, bis man sich auf Remis einigt.
Allerdings hatte der Gegner, Zitat Luis: „absolut keine Ahnung von Endspielen“ und erreichte nach nur ein paar Zügen diese Stellung mit Schwarz am Zug:

LuisEndspiel2

Hier funktioniert der Standartplan nach Phillidor (Absperrung der sechsten Reihe und dann Schachs von der Grundreihe) nicht mehr, weil auf 82…Ta6+ 83.g6 Ta1 der Plan an 84.Tb8# scheitert. Tortzdem ist diese Stellung absolut Remis, weil es sich bei Luis’ Bauern um einen g-Bauern handelt und diesem Falle ein Remis durch die sogenannte „passive Verteidigung“ einfach erreicht werden kann. Der richtige Remisweg wäre also 82…Ta6+ 83.g6 Ta8! (oder auch direkt 82…Ta8!) und jetzt pendelt der schwarze Turm pendelt einfach auf der achten Reihe (vorzugsweise den Feldern a8, b8 und c8) hin und her. Weiß kann keine Fortschritte machen, denn auf Tg7+ stellt sich der König einfach nach h8 und wenn der Turm weg ist, wieder nach g8. Doch das GLÜCK war uns an diesem Tage hold und Luis Zitat: „Mein Gegner hatte absolut keine Ahnung von Endspielen“ war einfach richtig und es geschah 82…Th1+??, worauf Weiß nach 83.Kg6 Kf8 84.Tb8+ Ke7 85.Kg7 Ke6 86.g6 Ke7 87.Kg8 eine theoretische Gewinnstellung, die Lucena-Stellung, in der Weiß durch den sogenannten Brückenbau seinen eigenen Turm als Schutzschild benutzt um die nervenden Schachs von der Grundreihe abzuwehren.
Nach einigen forcierten Zügen entstand also diese Stellung:

LuisEndspiel3

Hier muss Weiß nur noch den König aktivieren und gewinnen: 92…Th2 93.Kf7 Tf2+ 94.Kg6 Tg2+ 95.Kf6! (natürlich nicht Kf5 Txg7=) Tf2+ 96.Kg5! und die Brücke steht fast. Wenn jetzt Tg2+ gekommen wäre, oder nach dem gespielten 96… Kd5 kommt Tg4 und der Turm stellt sich zwischen König und den gegnerischen Turm und passt so auf den Bauern auf g7 auf, der sich dann einfach umwandelt. Wir hatten also tatsächlich mit 2,5:1,5 gewonnen, obwohl wohl wirklich niemand mehr daran geglaubt hatte. Respekt an Luis für diese Leistung im Endspiel und für diesen Kampfgeist! Nach diesem GLÜCKlichen Sieg führten wir also weiterhin mit einem Mannschaftspunkt und hatten nur noch zwei Spiele vor uns. Zwei Siege und wir wären Meister gewesen. Unser nächster Gegner hieß dann in der sechsten Runde erst mal SF Dortmund-Brackel. Wie ist es uns da wohl ergangen?

Und bevor die Frage aufkommt: Ja, es kommen auch noch Berichte zu Runde 6 und 7, eine Abschlusszusammenfassung und ein kleines Special, weil ich gemerkt habe, dass der Blog doch etwas zu schachlastig geworden ist und ich ja auch für Leser, die nicht so viel von Schach verstehen etwas bieten möchte.

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Runde 4 - Favoriten gibt es nicht!

Hallo liebe Wissbegierige,
Ich schreibe diesen Rundenbericht in der Bahn von Lichtenfels nach Berlin. Da ich hier aber kein Internet habe, werde ich diesen Bericht hochladen wenn ich wieder Internet habe, wahrscheinlich erst wenn ich wieder zu Hause bin.
In Runde vier, also am Nachmittag des zweiten Tages hieß unser Gegner dann
endlich Aufbau Elbe Magdeburg. Unser Hauptkonkurrent im Kampf um den Titel, der an Nummer 1 gesetzte Verein aus Sachsen-Anhalt, mit vier starken Spielern und einer WGM als Betreuerin.
Genau diese WGM hat wahrscheinlich dafür gesorgt, dass Luis in seiner Partie mit Schwarz in seinem geliebten Najdorf-Sizillianer, in seiner Lieblingsvariante mit Schwarz, von Anfang an eine sehr schlechte Stellung verwalten musste. 20 Züge Vorbereitung und die nicht zu unterschätzende Spielstärke von Bennet Biastoch waren dann doch zu viel für unser Spitzenbrett und wir mussten ziemlich schnell erkennen, dass an Brett 1 eine 0 stehen wird, wie es dann auch später geschah.
Lennart spielte an Brett 2 gegen Jonas Roseneck, der auf der Norddeutschen Vereinsmeisterschaft noch an Brett 1 gespielt hatte, mittlerweile von Bennet überholt wurde, aber natürlich mit 1781 DWZ immer noch ein sehr gefährlicher Gegner ist. Anscheinend hatte Jonas aber zum Glück in dieser Partie einen ganz schlechten Tag erwischt und spielte eine, eigentlich einfach zu erkennen, schlechte Abwicklung, bei der er eine Figur verlöre und dann wurde die Partie von Lennart mustergültig nach Hause gefahren.
Ziemlich zeitgleich erreichte Henning an Brett 3 mit Schwarz durch eine wirkliche toll gespielte Partie, in der er die Opfer des Gegners immer richtig behandelte, mal annahm und mal ablehnte, folgende Stellung:

Henning
Schwarz am Zug

Alle Leser die sich im königlichen Spiel etwas auskennen, können mal versuchen die Stellung einzuschätzen und folgende Fragen beantworten:
- Darf Schwarz sich auf f3 bedienen?
- Wenn nein, was sollte er stattdessen spielen und welchen Plan verfolgt er damit?
- Wenn Schwarz auf diesen Zug Db2 spielt, darf Schwarz sich dann auf f3 bedienen?
- Wenn nein, wie kann Schwarz forciert gewinnen?

Es stand also 2:1 und es lief noch eine Partie, nämlich die Paarung Åke Fuhrmann – Cecilia Cejda. Und was macht ein Åke wenn ein Åke weiß, dass ein Remis reicht? Na Remis natürlich! Er tauscht alle Schwerfiguren, verschachtelt die Bauern und tauscht dann auch noch die letzten Figuren. Beide Könige kommen nicht mehr durch und die Gegnerin muss ins Remis einwilligen. So was nennt man eine große Hilfe für das Team. Danke!
Wir haben also tatsächlich (auch mit einer 0 bei Luis) gegen Aufbau Elbe Magdeburg mit 2,5-1,5 gewonnen und waren mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung Erster. Wir hatten die Meisterschaft also in eigener Hand und mussten „nur“ noch die letzten drei Runden gewinnen um den Titel und den ganz großen Pott nach Hamburg zu holen!
Für Runde 5 wurde uns dann der Treptower SV zugelost, wie es uns da ergangen ist seht ihr im nächsten Post, der aber wahrscheinlich gleichzeitig hochgeladen wird.

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BREAKING NEWS ZUM FINALE


11:16: Es ist vorbei! Magdeburg hat auf 2:1 erhöht und ist damit Deutscher Meister U12 2013, es hat einfach nicht sein sollen. Sad


10:45: Es hat wohl einfach nicht sein sollen…
Åke hat eine schwache Partie gespielt und verloren, Henning hat seinen Gegner einfach überspielt und gewonnen, Lennarts Partie war von Unkonzentriertheiten geprägt und er hat auch verloren und Luis musste den Druck erhöhen und wurde dann Opfer eines starken Gegenangriffs, den er nur noch durch die Reißleine Dauerschach abwehren konnte. Wir haben also die letzte Runde dieser Meisterschaft mit 1,5-2,5 gegen den USV Potsdam verloren. Vielleicht war der Druck zu hoch...
Wir können nur noch hoffen, das Magdeburg doch noch verdient, obwohl sie im Moment mit 1,5-0,5 führen. Wir können also nur noch den beiden verbleibenden Spielern vom Karlsruher SF die Daumen drücken und hoffen...


08:33: Die letzte Runde hat soeben angefangen. Die Jungs sind hochmotiviert und dreimal steht die „Vorbereitung“ auf den Brettern.
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Runde 3 - Ein Aussenseiter spielt auf

Hallo liebe Informationsbegierige an den heimischen Empfangsgeräten,
nachdem wir nun 6 Runden hinter uns haben und auf Meisterschaftskurs sind, wird es Zeit für mich endlich weiter über lange vergangene Runden zu berichten. In Runde 3 ging es gegen den krassen Aussenseiter vom SK Freising, die mit Startranglistenplatz 16 sicher nicht zu den am meisten erwarteten Gegnern gehörte, aber die ersten beiden Runden jeweils mit 2,5-1,5 gewonnen hatten. Robert entschied dann, dass er sich auf das Ersatzspielerturnier konzentrieren möchte und der Mannschaftssieg in den folgenden Runden im Vordergrund steht. Wir haben also die Runde 3-6 alle mit der Aufstellung Luis, Lennart, Henning,
Åke gespielt und Robert hat das Ersatzspielerturnier aufgemischt.
Jetzt also meine Einschätzungen zu den vier Partien der Jungs gegen den SK Freising:
An Brett 1 hatte Luis es mit der Fort-Knox-Variante in der Französischen Eröffnung (also dxe4 Sxe4 Ld7 nebst Lc6) zu tun, was aber auch unserer Vorbereitung entsprach, so dass er im 13. Zug noch 1 Stunde und 19 Minuten auf der Uhr hart, wobei die Partie mit 1 Stunde und 15 Minuten begonnen hat (jeder Spieler bekommt 30 Sekunden nach jedem seiner Züge). Luis konnte zwar eine angenehmere Stellung erreichen, aber die Partie verließ nie wirklich weit die Remisbreite. Am Ende entstand ein Damenenspiel mit entferntem Freibauer, was aber mit einem Dauerschach endete.
Lennart hatte sich an Brett 2 nach der Eröffnung einen Mehrbauern erarbeitet, aber dann leider zu viel Gegenspiel zugelassen und den Bauern zurück geben müssen. Die Dauerschachmöglichkeiten musste ich ihm leider verbieten, weil der Wettkampf im Moment nicht allzu rosig aussah. Leider hat Lennart dann durch eine kurze Unkonzentriertheit einen Turm und dann auch die Partie verloren.
Warum sah der Mannschaftskampf nicht allzu rosig aus? Weil Henning an 3 in der Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung, welcher der Gegner sehr komisch behandelte nicht den richtigen Plan fand und seine Figuren ziemlich ziellos hin und her zog und die Stellung immer weiter den Bach herunter ging. Gerade als sich der schwarze Vorteil sich in etwas Zählbares verwandeln würde, weil Henning eine Qualität für einen Bauern geben müsste, bot der Gegner Remis an und Henning nahm natürlich dankend an. Leider kam dieses unerwartete Angebot nachdem Lennart seine Remischancen auf mein Geheiß nicht genutzt hatte. Lennart hat also trotz Dauerschachmöglichkeiten verloren und Henning hat trotz einer Verluststellung ein Remis erreicht. Ist das jetzt ausgleichende Gerechtigkeit?
Es stand also 1:2 und
Åke musste mal wieder die entscheidende Partie spielen. Und wie machte er das? Einfach wunderbar… Er hatte sehr früh in einer Benoni-Artigen Stellung, in der Weiß komischerweise b3 gespielt hat, über die ganz lange Diagonale eine Qualität gewonnen und diese langsam aber sicher sehr konzentriert und erfolgreich verwaltet und die Partie gewonnen. Eine Partie im typischen Åke-Fuhrmann-Stil: Material grabschen, Angriff eindämmen, Angriff abwehren, Figuren tauschen, Endspiel gewinnen. Sehr schön! Wenn Åke jetzt noch seine taktischen Schwächen ausmerzt kann aus ihm ein echt starker Spieler werden.
Nach einem harten Kampf stand also ein
2:2 gegen die absolute Überraschungsmannschaft des Turniers SK Freising (die übrigens immer noch ziemlich weit oben mitspielen), was für uns eine kleine Enttäuschung darstellte. Und der nächste Gegner hieß auch noch Aufbau Elbe Magdeburg, die Turnierfavoriten aus Sachsen-Anhalt. Wie es uns da wohl ergangen ist?!
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Runde 2 - Deutlich, deutlich


BREAKING NEWS (18:30): Wir haben gerade mit 3:1 gegen die SF Dortmund-Brackel gewonnen und unseren ersten Platz verteidigt. Wir gehen morgen früh also mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung in die letzte Runde gegen den USV Potsdam!


Hallo liebe Wartenden,
während die Jungs gerade gegen die vier Jungs vom Trepower SW spielen und nach 20 Minuten natürlich noch nicht allzu viel geschehen ist, werde ich versuchen die zweite Runde zu rekapitulieren und euch von dieser schönen Runde zu berichten:
Ausgesetzt hat in Rund zwei
Åke, weil Robert bei den ganz starken Mannschaften als Gegner pulsieren sollte und wir den SK Blauer Springer Paderborn zwar nicht für schwach, aber durchaus für gut schlagbar hielten. Wir gingen also mit der Aufstellung Luis, Lennart, Henning, Robert ans Brett und Åke spielte im Ersatzspielerturnier einen doch sehr schwachen Gegner absolut problemfrei an die Wand. Auch das ist eine der Stärken von Åke, er kann seine Leistung immer abrufen und Schwankungen sind doch sehr selten, so dass er nahezu ein sicherer Punkt gegen schwächere Gegner ist! Sehr Schön.
Fangen wir dieses Mal in der Partiebesprechung von hinten an, also bei Robert an Brett 4. Robert hat in seiner Partie mit Weiß gegen Skandinavisch mit d3, Sf3, g3 und 0-0 gespielt und dem Gegner langsam aber sicher die Züge ausgehen lassen. Dann hat Roberts Gegner einen schlechten Zug gemacht, so dass Robert einfach zwei Bauern einsammeln konnte. Dann wurden einfach alle Schwerfiguren getauscht, die Stellung verbessert und schließlich durch eine Minitaktik noch ein Springer gewonnen und die Partie sicher gewonnen. Eine sehr starke Partie!
An Brett 3 hat Henning durch die Vorbereitung sofort nach der Eröffnung eine angenehme Stellung gegen das Londoner System gehabt und der Gegner sah sich herausgefordert 10.Lxh7+ zu probieren, was aber einfach nicht korrekt war und gegen einen taktisch so starken Spieler wie Henning glatter Selbstmord ist. Henning hat auch genau das bewiesen, er hat das Opfer angenommen, seinen König erst nach h6 und dann nach g7 gestellt, alle weißen Angriffe abgewehrt und dann in einem überzeugenden Gegenangriff im Zentrum und über die c-Linie gewonnen. So widerlegt man Opfer!
Zu Lennarts Partie sollte man besser nicht allzu viel sagen, weil das war echt das absolute Chaos. Er hat seinen Gegner in der Eröffnung überspielt und eine Qualität gewonnen, dann sehr sehr viel Gegenspiel zugelassen, was dann Schlussendlich die Qualität wieder verloren hat und eine glatte Verluststellung übrig blieb, die Lennart dann mittels eines Fehlers des Gegners und taktisch sehr schönem Spiel dann doch noch irgendwie gewonnen hat.
An Brett 1 wurde von Luis die wohl beste Partie des ganzen Turniers gespielt, die meine absolute Empfehlung für jemand ist, der sich eine tolle Partie ansehen möchte. Luis gleicht nach der Eröffnung mit Schwarz sofort aus, aktiviert und verbessert seine Figuren, stellt einige Figuren in das gegnerische Lager und gewinnt das entstehende Endspiel mit einer überraschen Königswanderung zum gegnerischen König um dort Matt zu setzen. Hier die Partie, für alle die sich das Meisterwerk und die schöne Schlussidee ansehen wollen:
Irkilmez - Engel
Schlussendlich haben wir also mit
4:0 gewonnen und uns zum ersten Mal in diesem Turnier den ersten Platz erkämpft. In der dritten Runde sollte der der Gegner dann SK Freising heißen und wie es uns da ergangen ist, erfahrt ihr später.
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Runde 1 - Ein Patzer und 3 Uneinsichtige

Hallo,
hier ein ganz kurzer Rückblick auf Runde 1, was natürlich nach zwei weiteren Runden nicht mehr ganz einfach ist…
An Brett 1 hat Luis zwar die Eröffnung nicht perfekt gespielt und im Maroczy-Aufbau gegen den beschleunigten Drachen zuerst Le3 (statt Le2) gespielt, was Sg4 und den Abtausch des starken schwarzfeldrigen Läufers zuließ. Dafür bekam Luis mit den Zügen Sc2-Sxe3 zwei sehr postierte Springer auf den Feldern c3 und e3, die gemeinsam alle wichtigen Felder auf dem Brett kontrollierten. Schwarz muss im Maroczy normalerweise versuchen einen der Hebel b5 oder d5 (notfalls auch f5) durchzudrücken um seine Stellung zu entknoten. Dies wahr aber offensichtlich nicht die Idee des Gegners und Luis konnte so langsam, aber sicher seine Stellung verbessern und schlussendlich mit c5 die Stellung öffnen und den Gegner in der Brettmitte überrollen. Alles in Allem eine sehr starke Partie, bei der sich einfach die deutlich höhere Spielstärke von Luis gegen die nominelle Nummer 2 unserer Gegner (Nummer 1 hat pausiert) durchgesetzt hat.
Unsere nominelle Nummer 2 Lennart hat in der ersten Runde nicht gespielt und stattdessen
Åke und Robert den Vortritt gelassen. Sehr, sehr nett! Leider hat er dann im Ersatzspielerturnier eine sehr unglückliche Partie gespielt und schlussendlich auch verloren.
Henning hat (aufgerückt) an 2 mit Schwarz eine Partie im typischen Henning-Stil gespielt, soll heißen er hat seine Figuren etwas unharmonisch hingestellt, eine positionelle Ungenauigkeit gemacht, aber dann taktisch alles gesehen, einen Bauern gewonnen, einen weißen Läufer auf a2 ausgesperrt, taktisch einen weiteren Bauern gewonnen, alle Figuren abgetauscht und dann souverän gewonnen.
An Brett 3 hatten wir dann wieder Weiß und
Åke hat dort die erste Turnierpartie seines Lebens mit 1.c4 souverän gewonnen. Viel mehr kann man zu dieser Partie auch eigentlich gar nicht sagen, er hat seinen Gegner einfach positionell überspielt und eine sehr gute bis gewonnene Stellung erreicht, in der der Gegner dann auch noch einzügig eine Figur eingestellt hat. Das entstandene Endspiel hat Åke dann einfach leicht und locker nach Hause gefahren.
Schlussendlich an Brett 4 hat Robert eine eigentlich sehr schöne Partie mit Schwarz gespielt und sich in einem nachträglich angenommenen Morra-Gambit eine sehr angenehme Stellung (mit Mehrbauern) erarbeitet. Leider hat er dann einmal an einem entscheidenden Punkt viel zu kurz nachgeht und sehr unvorsichtig das Zentrum geöffnet, was Weiß deutlich mehr half als Robert und ein paar Züge später war der schwarze König Matt gesetzt worden.
Alles in Allem haben wir also mit
3:1 gegen den SK Bebenhausen gewonnen, wobei wir an allen 4 Brettern gezeigt haben, das wir die stärkeren Spieler sitzen hatten. Robert hat leider einzügig seine so schöne Partieanlage weggeben, was schon mal das Wort Patzer im Titel erklärt. Wer sind also die 3 Uneinsichtigen, die der Titel so anpreist? Ganz einfach: Die drei Uneinsichtigen sind die Bretter 1-3 die folgende Stellungen bis zum Matt weiterspielten:
Brett 1: König gegen Turm+Turm+König+Bauern
Brett 2: König und 2 Bauern gegen Dame+6 Bauern+König
Brett 3: König+Bauern gegen Dame+Läufer+Bauern

So etwas muss man wirklich nicht machen. Wir sind auf einer deutschen Meisterschaft und unsere Spieler sind locker stark genug um diese Stellungen blind zu gewinnen, ohne Patt zu setzen. Fand ich etwas komisch, aber was soll’s.
In der zweiten Runde hieß unser Gegner dann SV Blauer Springer Paderborn. Wie es uns da ergangen ist, erfahrt ihr in ein paar Stunden.
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6 Stunden Fahrt und was noch? (2)

Hallo liebe Daheimgebliebenen,
ich bin wieder da! Später als erwartet und auch später als geplant, aber ich bin wieder da.
Weiter geht es mit dem Bericht des ersten Tages:
Nachdem die 5 kleinen wackeren Recken am Ziele ihrer Odyssee im verregneten Schney (in dem es heute übrigens nicht mehr regnet) angekommen waren und uns ein barmherzige Samariter (einer der Organisatoren) zu unserem Schlosse geleitet hatte, erwartete uns die erste Überraschung: Wir bekamen 5(!) Zimmer und sollten für jeden Schlüssel 20€ Pfand bezahlen. Ich habe also mein Geld zusammengekratzt und das Pfand bezahlt, welches man nächstes Mal besser in der Ausschreibung erwähnen sollte.
Die Zimmeraufteilung war schnell gemacht: Die Engel-Brüder nehmen das Doppelzimmer mit dem Ehebett, Lennart und Henning bekommen ein Doppelzimmer mit Einzelbetten, Åke nimmt ein Doppelzimmer mit seinem Vater und Bernhard und ich bekommen die beiden Einzelzimmer. Alle Zimmer liegen auf einem Flur und die Schlafräume liegen direkt in der Nähe des Turniersaals (Wir müssen nur einmal über den Innenhof). Location, Turniersaal, Zimmer, Organisation und Ablauf sind echt super! Einziges kleines Manko, was mir gerade einfällt ist, dass hier das Essen an die Tische geliefert wird, wodurch alles deutlich länger dauert, als wenn man einfach ein Buffet machen würde. Dafür ist das Essen super bis jetzt!
Am Abend haben wir dann noch entspannt gegessen, uns kurz vorbereitet und an der schönen, wenn auch etwas trockenen Begrüßung und dem Betreuertreffen teilgenommen. Dann ging der erste Tag friedlich zu Ende und die 5 Recken bereiteten sich mental durch Schlafen auf die erste Runde gegen die Mannschaft vom SK Bebenhausen vor.
Achja hier auch die leider etwas unspektakuläre Auflösung des Bilderrätsels aus dem letzten Post. Neee Moment bevor wir das tun, hier die beste Antwort, die ich als Antwort als Kommentar bekommen habe:

Jürgen „Billy“ Bildat: Könnte ein Bilderrätsel sein : Die Dame wurde gefangen genommen oder der König ist bewegungsunfähig , also Matt gesetzt . ( Man kann nicht erkennen , ob die Figur HINTER der Flasche eine Dame oder ein König ist . )

Hier also die absolut unspektakuläre Auflösung: Die Flasche ist keine Flens-Flasche, sondern ein Getränk namens Silber, das der Automat hier für 1,60€ ausspuckt und eine Art Billig-Sprite ist. Auch das Tafelwasser kommt hier in einer solchen Flasche aus den Automaten! Gute Nachricht an alle mitlesenden Eltern: Die meisten der Jungs hatten keine Ahnung, wie man mit einem solchen Verschluss umgeht!

BREAKING NEWS (17:25) : Wir führen jetzt gerade live mit 2:1 gegen die Turnierfavoriten aus Magdeburg!!!

BREAKING NEWS (18:23):
Åke hat es geschafft! Die Partie ist Remis und wir haben mit 2,5-1,5 gegen den SV Aufbau Elbe Magdeburg gewonnen!
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6 Stunden Fahrt und was noch?

Hallo liebe Leser (und hoffentlich auch Kommentar-Schreiber),
Ich melde mich hier live aus dem Bürgermeistersaal von Lichtenfels-Schney und habe spannende Neuigkeiten zu berichten. Okay zur Klarstellung: Der Tagungsraum in dem hier gerade sitze, weil ich hier W-LAN habe, heißt Bürgermeistersaal.
Doch bevor ich zu den aktuellen Neuigkeiten komme, muss ich etwas weiter ausholen, also los geht’s:
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis… Ne Monet das wäre geklaut, also nochmal:
Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit, welche sich aber anfühlt als sie sie schon lange verklungen. (Ja so geht es… ) Da machten sich 5 tapfere junge Recken mit ihren 3 Meistern auf die wilden Gefilden Oberfrankens um dort in sieben bitteren Schlachten auf 64 Feldern mit 16 Soldaten für Ehre, Ruhm, Anerkennung und den Meistertitel zu kämpfen. (Klingt das zu reißerisch? Naja egal, weiter) Doch noch bevor sie sich in allen jenen Schlachten die goldenen Trinkkelche verdienen können, stand den Recken eine lange und mühsame Reise quer durch die Lande bevor. 6 Stunden, um den Pfade des Erfolges von Hamburg, über Würzburg, Bamberg, Lichtenfeld nach Schney konnten nur durch die ja fabelhafte Unterstetzung der Brüder des Stammes der DeBe, welche sonst eher für Unpünktlichkeit durch die Lande bekannt sind, ermöglicht. So fuhren die Recken High-Noon im heimischen Dampfrosshafen ab in die große weite Welt und mussten auf der Fahrt miterleben, wie die ihr treues Gefährt von Umstieg zu Umstieg verkleinert, doch sie gaben nicht auf und erreichten nach einer Zeit die sich in ihren Gemütern wie eine halbe Ewigkeit anfühlte (Okay es waren 6 Stunden) das verregnete Ziel ihrer Odyssee: Die Frankenfels-Akademie Schloss Schney.

An alle nächtlichen oder morgendlichen Leser: Ich bin leider zu müde, um jetzt noch weiter spannend und unterhaltsam zu schreiben. Ich schreibe während der ersten Runde weiter, die wir um 9:00 gegen den SK Bebenhausen spielen. Ihr könnt mir ja was in die Kommentare texten wenn ihr wollt. Wenn euch kein Thema einfällt, habe ich hier ein kleines Rätsel:

Was hat dieses Bildchen mit der Reise bis jetzt zu tun? (Und nein, die Kinder sind echt lieb, ich sehe noch keinen Grund mich zu betrinken Winking )


WasIstDas

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NVM war gestern, DVM wir kommen!

Hallo,
ich melde mich nach zwei Monaten auch mal wieder, weil sich etwas ganz Tolles für mich, für die Jungs und für den HSK ergeben hat. Wer die Turnierseite der NVM verfolgt hat, weiß das wir uns leider nicht für die DVM U 12 2013 qualifiziert hatten. Doch wenn man nichts versucht, dann kann man auch nichts erreichen. Also haben wir als im Oktober die Ausschreibung für einen Freiplatz zur Deutschen Meisterschaft erschien uns auch darauf beworben und uns (aufgrund der guten Platzierung im letzten Jahr (2.)) sogar ganz gute Chancen ausgemalt. Heute kam dann die Mail, die uns bestätigte das der einzige Freiplatz in diesem Jahr an den HSK, an UNS geht!
Im Dezember geht es also los nach
Lichtenfels-Schney(wo ist das eigentlich?) und dann greifen wir da wieder richtig an.
Ich werde als Betreuer die 4 bis 5 Jungs begleiten und wahrscheinlich kommt auch noch ein zweiter Trainer mit, wer das ist, ist noch nicht klar, wer bei uns spielt wird natürlich nicht verraten.
Ich freue mich sehr auf diese Reise und werde auf dieser Seite auch wieder live mitbloggen (Internet vorausgesetzt).
Zwei kleine Änderungen wird es auf diesem Blog geben:
1) Ich werde in den nächsten Tagen einen kleinen Vorbericht schreiben und veröffentlichen.
2) Ich werde bei meinem dritten Bloganlauf (nach der
NVM U14w 2012 und der NVM U12 2013) mal versuchen auch die letzte Runde zu beschreiben und einen Abschlussbericht zu schreiben. Vielleicht schaffen ich das ja Happy
Bis die Tage mit meiner kleinen Prognose, die ohne Nennung von Spielernamen bestimmt gar nicht so einfach wird.
Kevin
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Runde 5 - Hmm naja okay

Jetzt also der Bericht zur fünfte Runde, die um 8 Uhr morgens gespielt wurde. Der Bericht zu Runde 6 kommt jetzt nicht mehr, weil ich auch noch etwas schlafen möchte.
In Runde 5 ging es gegen die an 1 gesetzte SG Aufbau Elbe Magdeburg, die dann auch noch endlich ihre wirkliche Nummer eins ausgepackt hatten. Dieser ist vielleicht nicht so stark wie die jetzige Nummer 2, aber durch ihn hatten alle Spieler es tendenziell einfacher.
Henning an 1, spielte also gegen diese neue Nummer 1 und er schaffte es nach der Eröffnung (Najdorf mit Le2 und Le3) eine angenehme Stellung zu erreichen und langsam seinen Vorteil durch seine sehr präzise und extrem starke Variantenberechnung zu vergrößern. Leier spielt Henning manchmal etwas planlos und denkt von Zug zu Zug. In dieser Partie hat er leider einen Zug übersehen und musste in leicht besserer Stellung das Remis durch Dauerschach akzeptieren.
An 2 musste Åke gegen den wohl stärksten Spieler des Turniers spielen und das Ergebnis war leider das, was jeder erwartete. Åke machte in der Eröffnung einen Fehler und schwächte damit das Feld e6 vor seinem König, was seinem Gegner direkt mit dem Sprengungsopfer e6 ausgenutzt wurde. Sein Gegner war uns als äußerst aggressiver Spieler bekannt und genau das hat er auch gezeigt. Er spielte aggressiv und zielstrebig und fand sein Ziel in der Stellung
Åkes. Nach einigen taktischen Verwicklungen, verblieb unser Mann mit deutlich weniger Material und musste seinem Gegner die Hand reichen.
Alex musste leider schmerzlich feststellen, dass Schwerfiguren alleine nur sehr sehr selten zum erfolgreichen Mattangriff gegen den rochierten König reichen. Alex spielte eine Partie im Grand-Prix-Angriff gegen die Sizilianische Verteidigung. und erreichte eine eigentlich aussichtsreiche Stellung, wenn Alex etwas mehr von Angriffsmotiven und Bauernstrukturen in der Rochadestellung verstehen würde. wenn Schwarz sich hinter Bauern auf f7-g6-h7 (mit einem Springer auf f6) versteckt, dann bringen Türme auf g3 und h3 alleine leider gar nichts. Auch eine Dame auf g5 oder h5 ist dann kein guter Helfer. Der richtige Angreifer für diese Verteidigung ist der h-Bauer, der unbedingt heldenhaft vorpreschen muss und sich dann für die gute Sache gegen den g6 tauschen muss und Linien zum König zu öffnen oder die Punkte um den König zu schwächen. Leider war Alex’ Angriff so nicht durchschlagend und dieSchwerfiguren standen zu weit abseits um dem schwarzen blitzartigen Gegenangriff zu begegnen und Alex muss die Waffen strecken.
Johnson spielte an 4 eigentlich eine sehr ordentliche Partie und hielt gegen seine stärkere Gegnerin lange dagegen, aber im Endspiel hat er dann leider einmal einen zu aktiven Zug gemacht und so Einbruchsfelder für den gegnerischen König geschaffen und leider verloren. Das Remis hätte er verdient.
Am Ende stand also ein trauriges
½-3½, aber die Partien waren ordentlich und ich kann mit dem Ergebnis leben. Nachher geht es gegen Makkabi Rostock um die Qualifikationplätze für die Deutsche Meisterschaft.
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