Runde 3 - Ein Aussenseiter spielt auf

Hallo liebe Informationsbegierige an den heimischen Empfangsgeräten,
nachdem wir nun 6 Runden hinter uns haben und auf Meisterschaftskurs sind, wird es Zeit für mich endlich weiter über lange vergangene Runden zu berichten. In Runde 3 ging es gegen den krassen Aussenseiter vom SK Freising, die mit Startranglistenplatz 16 sicher nicht zu den am meisten erwarteten Gegnern gehörte, aber die ersten beiden Runden jeweils mit 2,5-1,5 gewonnen hatten. Robert entschied dann, dass er sich auf das Ersatzspielerturnier konzentrieren möchte und der Mannschaftssieg in den folgenden Runden im Vordergrund steht. Wir haben also die Runde 3-6 alle mit der Aufstellung Luis, Lennart, Henning,
Åke gespielt und Robert hat das Ersatzspielerturnier aufgemischt.
Jetzt also meine Einschätzungen zu den vier Partien der Jungs gegen den SK Freising:
An Brett 1 hatte Luis es mit der Fort-Knox-Variante in der Französischen Eröffnung (also dxe4 Sxe4 Ld7 nebst Lc6) zu tun, was aber auch unserer Vorbereitung entsprach, so dass er im 13. Zug noch 1 Stunde und 19 Minuten auf der Uhr hart, wobei die Partie mit 1 Stunde und 15 Minuten begonnen hat (jeder Spieler bekommt 30 Sekunden nach jedem seiner Züge). Luis konnte zwar eine angenehmere Stellung erreichen, aber die Partie verließ nie wirklich weit die Remisbreite. Am Ende entstand ein Damenenspiel mit entferntem Freibauer, was aber mit einem Dauerschach endete.
Lennart hatte sich an Brett 2 nach der Eröffnung einen Mehrbauern erarbeitet, aber dann leider zu viel Gegenspiel zugelassen und den Bauern zurück geben müssen. Die Dauerschachmöglichkeiten musste ich ihm leider verbieten, weil der Wettkampf im Moment nicht allzu rosig aussah. Leider hat Lennart dann durch eine kurze Unkonzentriertheit einen Turm und dann auch die Partie verloren.
Warum sah der Mannschaftskampf nicht allzu rosig aus? Weil Henning an 3 in der Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung, welcher der Gegner sehr komisch behandelte nicht den richtigen Plan fand und seine Figuren ziemlich ziellos hin und her zog und die Stellung immer weiter den Bach herunter ging. Gerade als sich der schwarze Vorteil sich in etwas Zählbares verwandeln würde, weil Henning eine Qualität für einen Bauern geben müsste, bot der Gegner Remis an und Henning nahm natürlich dankend an. Leider kam dieses unerwartete Angebot nachdem Lennart seine Remischancen auf mein Geheiß nicht genutzt hatte. Lennart hat also trotz Dauerschachmöglichkeiten verloren und Henning hat trotz einer Verluststellung ein Remis erreicht. Ist das jetzt ausgleichende Gerechtigkeit?
Es stand also 1:2 und
Åke musste mal wieder die entscheidende Partie spielen. Und wie machte er das? Einfach wunderbar… Er hatte sehr früh in einer Benoni-Artigen Stellung, in der Weiß komischerweise b3 gespielt hat, über die ganz lange Diagonale eine Qualität gewonnen und diese langsam aber sicher sehr konzentriert und erfolgreich verwaltet und die Partie gewonnen. Eine Partie im typischen Åke-Fuhrmann-Stil: Material grabschen, Angriff eindämmen, Angriff abwehren, Figuren tauschen, Endspiel gewinnen. Sehr schön! Wenn Åke jetzt noch seine taktischen Schwächen ausmerzt kann aus ihm ein echt starker Spieler werden.
Nach einem harten Kampf stand also ein
2:2 gegen die absolute Überraschungsmannschaft des Turniers SK Freising (die übrigens immer noch ziemlich weit oben mitspielen), was für uns eine kleine Enttäuschung darstellte. Und der nächste Gegner hieß auch noch Aufbau Elbe Magdeburg, die Turnierfavoriten aus Sachsen-Anhalt. Wie es uns da wohl ergangen ist?!
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