2013

Runde 4 - Favoriten gibt es nicht!

Hallo liebe Wissbegierige,
Ich schreibe diesen Rundenbericht in der Bahn von Lichtenfels nach Berlin. Da ich hier aber kein Internet habe, werde ich diesen Bericht hochladen wenn ich wieder Internet habe, wahrscheinlich erst wenn ich wieder zu Hause bin.
In Runde vier, also am Nachmittag des zweiten Tages hieß unser Gegner dann
endlich Aufbau Elbe Magdeburg. Unser Hauptkonkurrent im Kampf um den Titel, der an Nummer 1 gesetzte Verein aus Sachsen-Anhalt, mit vier starken Spielern und einer WGM als Betreuerin.
Genau diese WGM hat wahrscheinlich dafür gesorgt, dass Luis in seiner Partie mit Schwarz in seinem geliebten Najdorf-Sizillianer, in seiner Lieblingsvariante mit Schwarz, von Anfang an eine sehr schlechte Stellung verwalten musste. 20 Züge Vorbereitung und die nicht zu unterschätzende Spielstärke von Bennet Biastoch waren dann doch zu viel für unser Spitzenbrett und wir mussten ziemlich schnell erkennen, dass an Brett 1 eine 0 stehen wird, wie es dann auch später geschah.
Lennart spielte an Brett 2 gegen Jonas Roseneck, der auf der Norddeutschen Vereinsmeisterschaft noch an Brett 1 gespielt hatte, mittlerweile von Bennet überholt wurde, aber natürlich mit 1781 DWZ immer noch ein sehr gefährlicher Gegner ist. Anscheinend hatte Jonas aber zum Glück in dieser Partie einen ganz schlechten Tag erwischt und spielte eine, eigentlich einfach zu erkennen, schlechte Abwicklung, bei der er eine Figur verlöre und dann wurde die Partie von Lennart mustergültig nach Hause gefahren.
Ziemlich zeitgleich erreichte Henning an Brett 3 mit Schwarz durch eine wirkliche toll gespielte Partie, in der er die Opfer des Gegners immer richtig behandelte, mal annahm und mal ablehnte, folgende Stellung:

Henning
Schwarz am Zug

Alle Leser die sich im königlichen Spiel etwas auskennen, können mal versuchen die Stellung einzuschätzen und folgende Fragen beantworten:
- Darf Schwarz sich auf f3 bedienen?
- Wenn nein, was sollte er stattdessen spielen und welchen Plan verfolgt er damit?
- Wenn Schwarz auf diesen Zug Db2 spielt, darf Schwarz sich dann auf f3 bedienen?
- Wenn nein, wie kann Schwarz forciert gewinnen?

Es stand also 2:1 und es lief noch eine Partie, nämlich die Paarung Åke Fuhrmann – Cecilia Cejda. Und was macht ein Åke wenn ein Åke weiß, dass ein Remis reicht? Na Remis natürlich! Er tauscht alle Schwerfiguren, verschachtelt die Bauern und tauscht dann auch noch die letzten Figuren. Beide Könige kommen nicht mehr durch und die Gegnerin muss ins Remis einwilligen. So was nennt man eine große Hilfe für das Team. Danke!
Wir haben also tatsächlich (auch mit einer 0 bei Luis) gegen Aufbau Elbe Magdeburg mit 2,5-1,5 gewonnen und waren mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung Erster. Wir hatten die Meisterschaft also in eigener Hand und mussten „nur“ noch die letzten drei Runden gewinnen um den Titel und den ganz großen Pott nach Hamburg zu holen!
Für Runde 5 wurde uns dann der Treptower SV zugelost, wie es uns da ergangen ist seht ihr im nächsten Post, der aber wahrscheinlich gleichzeitig hochgeladen wird.

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BREAKING NEWS ZUM FINALE


11:16: Es ist vorbei! Magdeburg hat auf 2:1 erhöht und ist damit Deutscher Meister U12 2013, es hat einfach nicht sein sollen. Sad


10:45: Es hat wohl einfach nicht sein sollen…
Åke hat eine schwache Partie gespielt und verloren, Henning hat seinen Gegner einfach überspielt und gewonnen, Lennarts Partie war von Unkonzentriertheiten geprägt und er hat auch verloren und Luis musste den Druck erhöhen und wurde dann Opfer eines starken Gegenangriffs, den er nur noch durch die Reißleine Dauerschach abwehren konnte. Wir haben also die letzte Runde dieser Meisterschaft mit 1,5-2,5 gegen den USV Potsdam verloren. Vielleicht war der Druck zu hoch...
Wir können nur noch hoffen, das Magdeburg doch noch verdient, obwohl sie im Moment mit 1,5-0,5 führen. Wir können also nur noch den beiden verbleibenden Spielern vom Karlsruher SF die Daumen drücken und hoffen...


08:33: Die letzte Runde hat soeben angefangen. Die Jungs sind hochmotiviert und dreimal steht die „Vorbereitung“ auf den Brettern.
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Runde 3 - Ein Aussenseiter spielt auf

Hallo liebe Informationsbegierige an den heimischen Empfangsgeräten,
nachdem wir nun 6 Runden hinter uns haben und auf Meisterschaftskurs sind, wird es Zeit für mich endlich weiter über lange vergangene Runden zu berichten. In Runde 3 ging es gegen den krassen Aussenseiter vom SK Freising, die mit Startranglistenplatz 16 sicher nicht zu den am meisten erwarteten Gegnern gehörte, aber die ersten beiden Runden jeweils mit 2,5-1,5 gewonnen hatten. Robert entschied dann, dass er sich auf das Ersatzspielerturnier konzentrieren möchte und der Mannschaftssieg in den folgenden Runden im Vordergrund steht. Wir haben also die Runde 3-6 alle mit der Aufstellung Luis, Lennart, Henning,
Åke gespielt und Robert hat das Ersatzspielerturnier aufgemischt.
Jetzt also meine Einschätzungen zu den vier Partien der Jungs gegen den SK Freising:
An Brett 1 hatte Luis es mit der Fort-Knox-Variante in der Französischen Eröffnung (also dxe4 Sxe4 Ld7 nebst Lc6) zu tun, was aber auch unserer Vorbereitung entsprach, so dass er im 13. Zug noch 1 Stunde und 19 Minuten auf der Uhr hart, wobei die Partie mit 1 Stunde und 15 Minuten begonnen hat (jeder Spieler bekommt 30 Sekunden nach jedem seiner Züge). Luis konnte zwar eine angenehmere Stellung erreichen, aber die Partie verließ nie wirklich weit die Remisbreite. Am Ende entstand ein Damenenspiel mit entferntem Freibauer, was aber mit einem Dauerschach endete.
Lennart hatte sich an Brett 2 nach der Eröffnung einen Mehrbauern erarbeitet, aber dann leider zu viel Gegenspiel zugelassen und den Bauern zurück geben müssen. Die Dauerschachmöglichkeiten musste ich ihm leider verbieten, weil der Wettkampf im Moment nicht allzu rosig aussah. Leider hat Lennart dann durch eine kurze Unkonzentriertheit einen Turm und dann auch die Partie verloren.
Warum sah der Mannschaftskampf nicht allzu rosig aus? Weil Henning an 3 in der Vorstoßvariante der Französischen Verteidigung, welcher der Gegner sehr komisch behandelte nicht den richtigen Plan fand und seine Figuren ziemlich ziellos hin und her zog und die Stellung immer weiter den Bach herunter ging. Gerade als sich der schwarze Vorteil sich in etwas Zählbares verwandeln würde, weil Henning eine Qualität für einen Bauern geben müsste, bot der Gegner Remis an und Henning nahm natürlich dankend an. Leider kam dieses unerwartete Angebot nachdem Lennart seine Remischancen auf mein Geheiß nicht genutzt hatte. Lennart hat also trotz Dauerschachmöglichkeiten verloren und Henning hat trotz einer Verluststellung ein Remis erreicht. Ist das jetzt ausgleichende Gerechtigkeit?
Es stand also 1:2 und
Åke musste mal wieder die entscheidende Partie spielen. Und wie machte er das? Einfach wunderbar… Er hatte sehr früh in einer Benoni-Artigen Stellung, in der Weiß komischerweise b3 gespielt hat, über die ganz lange Diagonale eine Qualität gewonnen und diese langsam aber sicher sehr konzentriert und erfolgreich verwaltet und die Partie gewonnen. Eine Partie im typischen Åke-Fuhrmann-Stil: Material grabschen, Angriff eindämmen, Angriff abwehren, Figuren tauschen, Endspiel gewinnen. Sehr schön! Wenn Åke jetzt noch seine taktischen Schwächen ausmerzt kann aus ihm ein echt starker Spieler werden.
Nach einem harten Kampf stand also ein
2:2 gegen die absolute Überraschungsmannschaft des Turniers SK Freising (die übrigens immer noch ziemlich weit oben mitspielen), was für uns eine kleine Enttäuschung darstellte. Und der nächste Gegner hieß auch noch Aufbau Elbe Magdeburg, die Turnierfavoriten aus Sachsen-Anhalt. Wie es uns da wohl ergangen ist?!
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Runde 2 - Deutlich, deutlich


BREAKING NEWS (18:30): Wir haben gerade mit 3:1 gegen die SF Dortmund-Brackel gewonnen und unseren ersten Platz verteidigt. Wir gehen morgen früh also mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung in die letzte Runde gegen den USV Potsdam!


Hallo liebe Wartenden,
während die Jungs gerade gegen die vier Jungs vom Trepower SW spielen und nach 20 Minuten natürlich noch nicht allzu viel geschehen ist, werde ich versuchen die zweite Runde zu rekapitulieren und euch von dieser schönen Runde zu berichten:
Ausgesetzt hat in Rund zwei
Åke, weil Robert bei den ganz starken Mannschaften als Gegner pulsieren sollte und wir den SK Blauer Springer Paderborn zwar nicht für schwach, aber durchaus für gut schlagbar hielten. Wir gingen also mit der Aufstellung Luis, Lennart, Henning, Robert ans Brett und Åke spielte im Ersatzspielerturnier einen doch sehr schwachen Gegner absolut problemfrei an die Wand. Auch das ist eine der Stärken von Åke, er kann seine Leistung immer abrufen und Schwankungen sind doch sehr selten, so dass er nahezu ein sicherer Punkt gegen schwächere Gegner ist! Sehr Schön.
Fangen wir dieses Mal in der Partiebesprechung von hinten an, also bei Robert an Brett 4. Robert hat in seiner Partie mit Weiß gegen Skandinavisch mit d3, Sf3, g3 und 0-0 gespielt und dem Gegner langsam aber sicher die Züge ausgehen lassen. Dann hat Roberts Gegner einen schlechten Zug gemacht, so dass Robert einfach zwei Bauern einsammeln konnte. Dann wurden einfach alle Schwerfiguren getauscht, die Stellung verbessert und schließlich durch eine Minitaktik noch ein Springer gewonnen und die Partie sicher gewonnen. Eine sehr starke Partie!
An Brett 3 hat Henning durch die Vorbereitung sofort nach der Eröffnung eine angenehme Stellung gegen das Londoner System gehabt und der Gegner sah sich herausgefordert 10.Lxh7+ zu probieren, was aber einfach nicht korrekt war und gegen einen taktisch so starken Spieler wie Henning glatter Selbstmord ist. Henning hat auch genau das bewiesen, er hat das Opfer angenommen, seinen König erst nach h6 und dann nach g7 gestellt, alle weißen Angriffe abgewehrt und dann in einem überzeugenden Gegenangriff im Zentrum und über die c-Linie gewonnen. So widerlegt man Opfer!
Zu Lennarts Partie sollte man besser nicht allzu viel sagen, weil das war echt das absolute Chaos. Er hat seinen Gegner in der Eröffnung überspielt und eine Qualität gewonnen, dann sehr sehr viel Gegenspiel zugelassen, was dann Schlussendlich die Qualität wieder verloren hat und eine glatte Verluststellung übrig blieb, die Lennart dann mittels eines Fehlers des Gegners und taktisch sehr schönem Spiel dann doch noch irgendwie gewonnen hat.
An Brett 1 wurde von Luis die wohl beste Partie des ganzen Turniers gespielt, die meine absolute Empfehlung für jemand ist, der sich eine tolle Partie ansehen möchte. Luis gleicht nach der Eröffnung mit Schwarz sofort aus, aktiviert und verbessert seine Figuren, stellt einige Figuren in das gegnerische Lager und gewinnt das entstehende Endspiel mit einer überraschen Königswanderung zum gegnerischen König um dort Matt zu setzen. Hier die Partie, für alle die sich das Meisterwerk und die schöne Schlussidee ansehen wollen:
Irkilmez - Engel
Schlussendlich haben wir also mit
4:0 gewonnen und uns zum ersten Mal in diesem Turnier den ersten Platz erkämpft. In der dritten Runde sollte der der Gegner dann SK Freising heißen und wie es uns da ergangen ist, erfahrt ihr später.
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Runde 1 - Ein Patzer und 3 Uneinsichtige

Hallo,
hier ein ganz kurzer Rückblick auf Runde 1, was natürlich nach zwei weiteren Runden nicht mehr ganz einfach ist…
An Brett 1 hat Luis zwar die Eröffnung nicht perfekt gespielt und im Maroczy-Aufbau gegen den beschleunigten Drachen zuerst Le3 (statt Le2) gespielt, was Sg4 und den Abtausch des starken schwarzfeldrigen Läufers zuließ. Dafür bekam Luis mit den Zügen Sc2-Sxe3 zwei sehr postierte Springer auf den Feldern c3 und e3, die gemeinsam alle wichtigen Felder auf dem Brett kontrollierten. Schwarz muss im Maroczy normalerweise versuchen einen der Hebel b5 oder d5 (notfalls auch f5) durchzudrücken um seine Stellung zu entknoten. Dies wahr aber offensichtlich nicht die Idee des Gegners und Luis konnte so langsam, aber sicher seine Stellung verbessern und schlussendlich mit c5 die Stellung öffnen und den Gegner in der Brettmitte überrollen. Alles in Allem eine sehr starke Partie, bei der sich einfach die deutlich höhere Spielstärke von Luis gegen die nominelle Nummer 2 unserer Gegner (Nummer 1 hat pausiert) durchgesetzt hat.
Unsere nominelle Nummer 2 Lennart hat in der ersten Runde nicht gespielt und stattdessen
Åke und Robert den Vortritt gelassen. Sehr, sehr nett! Leider hat er dann im Ersatzspielerturnier eine sehr unglückliche Partie gespielt und schlussendlich auch verloren.
Henning hat (aufgerückt) an 2 mit Schwarz eine Partie im typischen Henning-Stil gespielt, soll heißen er hat seine Figuren etwas unharmonisch hingestellt, eine positionelle Ungenauigkeit gemacht, aber dann taktisch alles gesehen, einen Bauern gewonnen, einen weißen Läufer auf a2 ausgesperrt, taktisch einen weiteren Bauern gewonnen, alle Figuren abgetauscht und dann souverän gewonnen.
An Brett 3 hatten wir dann wieder Weiß und
Åke hat dort die erste Turnierpartie seines Lebens mit 1.c4 souverän gewonnen. Viel mehr kann man zu dieser Partie auch eigentlich gar nicht sagen, er hat seinen Gegner einfach positionell überspielt und eine sehr gute bis gewonnene Stellung erreicht, in der der Gegner dann auch noch einzügig eine Figur eingestellt hat. Das entstandene Endspiel hat Åke dann einfach leicht und locker nach Hause gefahren.
Schlussendlich an Brett 4 hat Robert eine eigentlich sehr schöne Partie mit Schwarz gespielt und sich in einem nachträglich angenommenen Morra-Gambit eine sehr angenehme Stellung (mit Mehrbauern) erarbeitet. Leider hat er dann einmal an einem entscheidenden Punkt viel zu kurz nachgeht und sehr unvorsichtig das Zentrum geöffnet, was Weiß deutlich mehr half als Robert und ein paar Züge später war der schwarze König Matt gesetzt worden.
Alles in Allem haben wir also mit
3:1 gegen den SK Bebenhausen gewonnen, wobei wir an allen 4 Brettern gezeigt haben, das wir die stärkeren Spieler sitzen hatten. Robert hat leider einzügig seine so schöne Partieanlage weggeben, was schon mal das Wort Patzer im Titel erklärt. Wer sind also die 3 Uneinsichtigen, die der Titel so anpreist? Ganz einfach: Die drei Uneinsichtigen sind die Bretter 1-3 die folgende Stellungen bis zum Matt weiterspielten:
Brett 1: König gegen Turm+Turm+König+Bauern
Brett 2: König und 2 Bauern gegen Dame+6 Bauern+König
Brett 3: König+Bauern gegen Dame+Läufer+Bauern

So etwas muss man wirklich nicht machen. Wir sind auf einer deutschen Meisterschaft und unsere Spieler sind locker stark genug um diese Stellungen blind zu gewinnen, ohne Patt zu setzen. Fand ich etwas komisch, aber was soll’s.
In der zweiten Runde hieß unser Gegner dann SV Blauer Springer Paderborn. Wie es uns da ergangen ist, erfahrt ihr in ein paar Stunden.
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6 Stunden Fahrt und was noch? (2)

Hallo liebe Daheimgebliebenen,
ich bin wieder da! Später als erwartet und auch später als geplant, aber ich bin wieder da.
Weiter geht es mit dem Bericht des ersten Tages:
Nachdem die 5 kleinen wackeren Recken am Ziele ihrer Odyssee im verregneten Schney (in dem es heute übrigens nicht mehr regnet) angekommen waren und uns ein barmherzige Samariter (einer der Organisatoren) zu unserem Schlosse geleitet hatte, erwartete uns die erste Überraschung: Wir bekamen 5(!) Zimmer und sollten für jeden Schlüssel 20€ Pfand bezahlen. Ich habe also mein Geld zusammengekratzt und das Pfand bezahlt, welches man nächstes Mal besser in der Ausschreibung erwähnen sollte.
Die Zimmeraufteilung war schnell gemacht: Die Engel-Brüder nehmen das Doppelzimmer mit dem Ehebett, Lennart und Henning bekommen ein Doppelzimmer mit Einzelbetten, Åke nimmt ein Doppelzimmer mit seinem Vater und Bernhard und ich bekommen die beiden Einzelzimmer. Alle Zimmer liegen auf einem Flur und die Schlafräume liegen direkt in der Nähe des Turniersaals (Wir müssen nur einmal über den Innenhof). Location, Turniersaal, Zimmer, Organisation und Ablauf sind echt super! Einziges kleines Manko, was mir gerade einfällt ist, dass hier das Essen an die Tische geliefert wird, wodurch alles deutlich länger dauert, als wenn man einfach ein Buffet machen würde. Dafür ist das Essen super bis jetzt!
Am Abend haben wir dann noch entspannt gegessen, uns kurz vorbereitet und an der schönen, wenn auch etwas trockenen Begrüßung und dem Betreuertreffen teilgenommen. Dann ging der erste Tag friedlich zu Ende und die 5 Recken bereiteten sich mental durch Schlafen auf die erste Runde gegen die Mannschaft vom SK Bebenhausen vor.
Achja hier auch die leider etwas unspektakuläre Auflösung des Bilderrätsels aus dem letzten Post. Neee Moment bevor wir das tun, hier die beste Antwort, die ich als Antwort als Kommentar bekommen habe:

Jürgen „Billy“ Bildat: Könnte ein Bilderrätsel sein : Die Dame wurde gefangen genommen oder der König ist bewegungsunfähig , also Matt gesetzt . ( Man kann nicht erkennen , ob die Figur HINTER der Flasche eine Dame oder ein König ist . )

Hier also die absolut unspektakuläre Auflösung: Die Flasche ist keine Flens-Flasche, sondern ein Getränk namens Silber, das der Automat hier für 1,60€ ausspuckt und eine Art Billig-Sprite ist. Auch das Tafelwasser kommt hier in einer solchen Flasche aus den Automaten! Gute Nachricht an alle mitlesenden Eltern: Die meisten der Jungs hatten keine Ahnung, wie man mit einem solchen Verschluss umgeht!

BREAKING NEWS (17:25) : Wir führen jetzt gerade live mit 2:1 gegen die Turnierfavoriten aus Magdeburg!!!

BREAKING NEWS (18:23):
Åke hat es geschafft! Die Partie ist Remis und wir haben mit 2,5-1,5 gegen den SV Aufbau Elbe Magdeburg gewonnen!
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6 Stunden Fahrt und was noch?

Hallo liebe Leser (und hoffentlich auch Kommentar-Schreiber),
Ich melde mich hier live aus dem Bürgermeistersaal von Lichtenfels-Schney und habe spannende Neuigkeiten zu berichten. Okay zur Klarstellung: Der Tagungsraum in dem hier gerade sitze, weil ich hier W-LAN habe, heißt Bürgermeistersaal.
Doch bevor ich zu den aktuellen Neuigkeiten komme, muss ich etwas weiter ausholen, also los geht’s:
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis… Ne Monet das wäre geklaut, also nochmal:
Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit, welche sich aber anfühlt als sie sie schon lange verklungen. (Ja so geht es… ) Da machten sich 5 tapfere junge Recken mit ihren 3 Meistern auf die wilden Gefilden Oberfrankens um dort in sieben bitteren Schlachten auf 64 Feldern mit 16 Soldaten für Ehre, Ruhm, Anerkennung und den Meistertitel zu kämpfen. (Klingt das zu reißerisch? Naja egal, weiter) Doch noch bevor sie sich in allen jenen Schlachten die goldenen Trinkkelche verdienen können, stand den Recken eine lange und mühsame Reise quer durch die Lande bevor. 6 Stunden, um den Pfade des Erfolges von Hamburg, über Würzburg, Bamberg, Lichtenfeld nach Schney konnten nur durch die ja fabelhafte Unterstetzung der Brüder des Stammes der DeBe, welche sonst eher für Unpünktlichkeit durch die Lande bekannt sind, ermöglicht. So fuhren die Recken High-Noon im heimischen Dampfrosshafen ab in die große weite Welt und mussten auf der Fahrt miterleben, wie die ihr treues Gefährt von Umstieg zu Umstieg verkleinert, doch sie gaben nicht auf und erreichten nach einer Zeit die sich in ihren Gemütern wie eine halbe Ewigkeit anfühlte (Okay es waren 6 Stunden) das verregnete Ziel ihrer Odyssee: Die Frankenfels-Akademie Schloss Schney.

An alle nächtlichen oder morgendlichen Leser: Ich bin leider zu müde, um jetzt noch weiter spannend und unterhaltsam zu schreiben. Ich schreibe während der ersten Runde weiter, die wir um 9:00 gegen den SK Bebenhausen spielen. Ihr könnt mir ja was in die Kommentare texten wenn ihr wollt. Wenn euch kein Thema einfällt, habe ich hier ein kleines Rätsel:

Was hat dieses Bildchen mit der Reise bis jetzt zu tun? (Und nein, die Kinder sind echt lieb, ich sehe noch keinen Grund mich zu betrinken Winking )


WasIstDas

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NVM war gestern, DVM wir kommen!

Hallo,
ich melde mich nach zwei Monaten auch mal wieder, weil sich etwas ganz Tolles für mich, für die Jungs und für den HSK ergeben hat. Wer die Turnierseite der NVM verfolgt hat, weiß das wir uns leider nicht für die DVM U 12 2013 qualifiziert hatten. Doch wenn man nichts versucht, dann kann man auch nichts erreichen. Also haben wir als im Oktober die Ausschreibung für einen Freiplatz zur Deutschen Meisterschaft erschien uns auch darauf beworben und uns (aufgrund der guten Platzierung im letzten Jahr (2.)) sogar ganz gute Chancen ausgemalt. Heute kam dann die Mail, die uns bestätigte das der einzige Freiplatz in diesem Jahr an den HSK, an UNS geht!
Im Dezember geht es also los nach
Lichtenfels-Schney(wo ist das eigentlich?) und dann greifen wir da wieder richtig an.
Ich werde als Betreuer die 4 bis 5 Jungs begleiten und wahrscheinlich kommt auch noch ein zweiter Trainer mit, wer das ist, ist noch nicht klar, wer bei uns spielt wird natürlich nicht verraten.
Ich freue mich sehr auf diese Reise und werde auf dieser Seite auch wieder live mitbloggen (Internet vorausgesetzt).
Zwei kleine Änderungen wird es auf diesem Blog geben:
1) Ich werde in den nächsten Tagen einen kleinen Vorbericht schreiben und veröffentlichen.
2) Ich werde bei meinem dritten Bloganlauf (nach der
NVM U14w 2012 und der NVM U12 2013) mal versuchen auch die letzte Runde zu beschreiben und einen Abschlussbericht zu schreiben. Vielleicht schaffen ich das ja Happy
Bis die Tage mit meiner kleinen Prognose, die ohne Nennung von Spielernamen bestimmt gar nicht so einfach wird.
Kevin
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Runde 5 - Hmm naja okay

Jetzt also der Bericht zur fünfte Runde, die um 8 Uhr morgens gespielt wurde. Der Bericht zu Runde 6 kommt jetzt nicht mehr, weil ich auch noch etwas schlafen möchte.
In Runde 5 ging es gegen die an 1 gesetzte SG Aufbau Elbe Magdeburg, die dann auch noch endlich ihre wirkliche Nummer eins ausgepackt hatten. Dieser ist vielleicht nicht so stark wie die jetzige Nummer 2, aber durch ihn hatten alle Spieler es tendenziell einfacher.
Henning an 1, spielte also gegen diese neue Nummer 1 und er schaffte es nach der Eröffnung (Najdorf mit Le2 und Le3) eine angenehme Stellung zu erreichen und langsam seinen Vorteil durch seine sehr präzise und extrem starke Variantenberechnung zu vergrößern. Leier spielt Henning manchmal etwas planlos und denkt von Zug zu Zug. In dieser Partie hat er leider einen Zug übersehen und musste in leicht besserer Stellung das Remis durch Dauerschach akzeptieren.
An 2 musste Åke gegen den wohl stärksten Spieler des Turniers spielen und das Ergebnis war leider das, was jeder erwartete. Åke machte in der Eröffnung einen Fehler und schwächte damit das Feld e6 vor seinem König, was seinem Gegner direkt mit dem Sprengungsopfer e6 ausgenutzt wurde. Sein Gegner war uns als äußerst aggressiver Spieler bekannt und genau das hat er auch gezeigt. Er spielte aggressiv und zielstrebig und fand sein Ziel in der Stellung
Åkes. Nach einigen taktischen Verwicklungen, verblieb unser Mann mit deutlich weniger Material und musste seinem Gegner die Hand reichen.
Alex musste leider schmerzlich feststellen, dass Schwerfiguren alleine nur sehr sehr selten zum erfolgreichen Mattangriff gegen den rochierten König reichen. Alex spielte eine Partie im Grand-Prix-Angriff gegen die Sizilianische Verteidigung. und erreichte eine eigentlich aussichtsreiche Stellung, wenn Alex etwas mehr von Angriffsmotiven und Bauernstrukturen in der Rochadestellung verstehen würde. wenn Schwarz sich hinter Bauern auf f7-g6-h7 (mit einem Springer auf f6) versteckt, dann bringen Türme auf g3 und h3 alleine leider gar nichts. Auch eine Dame auf g5 oder h5 ist dann kein guter Helfer. Der richtige Angreifer für diese Verteidigung ist der h-Bauer, der unbedingt heldenhaft vorpreschen muss und sich dann für die gute Sache gegen den g6 tauschen muss und Linien zum König zu öffnen oder die Punkte um den König zu schwächen. Leider war Alex’ Angriff so nicht durchschlagend und dieSchwerfiguren standen zu weit abseits um dem schwarzen blitzartigen Gegenangriff zu begegnen und Alex muss die Waffen strecken.
Johnson spielte an 4 eigentlich eine sehr ordentliche Partie und hielt gegen seine stärkere Gegnerin lange dagegen, aber im Endspiel hat er dann leider einmal einen zu aktiven Zug gemacht und so Einbruchsfelder für den gegnerischen König geschaffen und leider verloren. Das Remis hätte er verdient.
Am Ende stand also ein trauriges
½-3½, aber die Partien waren ordentlich und ich kann mit dem Ergebnis leben. Nachher geht es gegen Makkabi Rostock um die Qualifikationplätze für die Deutsche Meisterschaft.
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Runde 4 - Mehr Licht als Schatten

Nachmittagsrunde nach dem Mittagessen (Wurstgulasch - teils auch ohne Wurst, aber lecker), der Gegner heißt Hagener SV und Lukas erklärt die Begegnung einfach mal (aus freundschaftlichen Gründen) zum Wettkampf des Turniers und holt die große Motivationskeule raus.
Außerdem weiß er genau, was Hagen gerne mal an Eröffnungen spielt und deshalb gibt es eine Vorbereitung für
Åke und die sticht, wie eine Vorbereitung nur stechen kann! Nach nur 12 Zügen hatte Åke einen Mehrbauern und eine klar bessere Stellung und dann schaltet er einfach in den Åke-Fuhrmann-Modus, sammelt weiteres Material ein, lässt der Gegnerin nicht den Hauch einer Chance und holt den vollen Punkt sicher und absolut verdient nach Hause!
Der Sieg von
Åke war dann sogar schon das 2-0, weil Johnson an 4 die Partie seines Lebens spielte! Er spielte (unbewusst) eine seltene Nebenvariante, machte später noch einen Fehler (er hat eine Figur nicht weggenommen), aber spielte ansonsten aggressiv, zielstrebig, direkt und einfach sehr sehr gut. Auf diese Partie bin ich stolz und das kann Johnson auch sein! Auf der Turnierhomepage (http://www.dvm-schach.de/nvm_2013/index.htm) kann man sich das Glanzstück (Foo, Tzun Hong - Lindemann, Jarno) inklusive dem sehr schönen Mattbild ansehen.
Nicht so stolz ist Henning auf seine Partie. Sein Gegner überraschte ihn und uns mit einer selten Variante und Henning bekam etwas Panik und machte in den ersten 5 Zügen zwei unnötige Randbauernzüge und verlor so zwei wichtige Züge und der Gegner konnte sich sehr viel besser entwickeln und das Zentrum unter Kontrolle nehmen. Das sah auch Henning und wollte unbedingt einen Gegenschlag im Zentrum ansetzen, der dann allerdings doch sehr deutlich nach hinten losging und Henning mit seiner schlechten Stellung und Minusbauer zurücklässt. Das war leider nicht mehr zu reparieren und Henning musste die Waffen strecken. Henning hat leider noch nicht so ganz ins Turnier reingefunden, aber das kommt bestimmt noch und auch er wird noch einmal zum wichtigen Matchwinner avancieren.
Die letzte Partie beim Stande von 2-1 spielte Alexander Stahl. Es war eine ziemlich ruhige Partie, die sich in ein materiell ausgeglichenes Turmendspiel verwandelte, in dem Alex durch seinen aktiveren Turm klar besser stand. Kurz vor dem Übergang ins Turmendspiel hatte Alex noch einmal die Möglichkeit die Stellung deutlich zu vereinfachen:

Bildschirmfoto 2013-09-13 um 23.50.43

In dieser Situation hat Alex 32…a3 gespielt und nach der Zugfolge 33.b3 cxb3 24.Dxb5 hat er einfach die Dame mittels 24…Txb5 zurückgenommen und ein ein Turmendspiel eingelenkt. Einfacher wäre dieses Turmendspiel aber gewesen, wenn er einfach 24…b2+ 25.Kb1 Txb5 gespielt hätte, weil der weiße König dann auf b1 gefangen wäre und Schwarze einfach ein Endspiel mit Mehrkönig spielt. Trotzdem hat Alex später eine klar bessere Stellung erreicht, aber dann das Remisangebot durch dreimalige Stellungswiederholung akzeptiert anstatt einfach weiter risikolos auf Gewinn zu spielen. Mannschaftsdienlich war das ja, aber seiner Entwicklung hilft das nicht. Ich habe mal von meinem damaligen Trainer Jürgen Bildat gelernt: „Stellungen, die man nicht verlieren kann, darf man nicht Remis geben.“ Das habe ich jetzt an die Jungs weitergegeben, aber Remis ist Remis und wir haben Runde vier mit 2½-1½ gewonnen. Jetzt sind wir Fünfter und morgen früh geht es gegen die an 1 gesetzte Mannschaft von Aufbau Elbe Magdeburg. Mal schauen was passiert. ich bleibe bei meiner Meinung: Wenn die Jungs sich konzentrieren und ordentlich spielen, können sie hier jeden schlagen. Andersherum können sie wenn sie einen echt miesen Tag haben auch von jedem geschlagen werden.

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Runde 3 - Das ist Teamgeist!

Runde drei!
Wieder um 8 Uhr morgens, die Jungs sind zum Teil sehr schwer zu wecken und wir kommen erst um 7:45 beim Frühstück an. Was macht man also, wenn man noch ca. 7 Minuten Fußweg zum Spiellokal hat und trotzdem was essen möchte? Man nimmt sich ein Brötchen, klatscht irgendetwas dazwischen (Käse, Wurst, was auch immer) und nimmt das Brötchen in der Hand mit auf den Weg. Gesagt, getan! Los geht’s!
Am Brett angekommen saßen wir den vier Jungs vom Peiner SV gegenüber und es sollte sich zeigen, dass die Jungs auf mich hören und sehr gut für die Mannschaft spielen können.
Henning hatte an Brett 1 von Anfang an eine sehr schwierige Partie zu spielen. Seine Ablehnung des Königsgambits mit Lc5 muss er sich anscheinend noch mal angucken, denn die Stellung die entstand war nicht so schön, wie er sie vielleicht erwartet hatte und der weiße Bauer auf f5 hätte zu einem riesigem Problem für Hennings König werden können, wenn Weiß mal auf die Idee gekommen wäre einen Angriff am Königsflügel mittel Sh4, Dg3 und f6 (unterstützt durch den Turm auf f1) zu fahren. So wurde der weiße Vorteil immer kleiner und Weiß nahm etwas später trotz Mehrbauer das Remisangebot von Henning an. Der Grund dafür war wahrscheinlich die deutlich höhere DWZ Hennings. Glück gehabt.
Johnson an vier spielte eine ordentliche Parte, in der er früh eine Qualität (Turm gegen Läufer) gewann, aber dann leider einen Springer einstellte, was zu der interessanten Materialverteilung zwei Türme gegen Turm und zwei Läufer führte. Johnson spielte dieses eigentlich schlechtere Endspiel sehr ordentlich und gewann dann durch eine Fesselung die beiden Läufer für einen Turm zurück und wickelte das Endspiel sehr clever in ein Bauernendspiel mit Randbauern ab, welches einfach Remis war. Bis auf den Einsteller eine sehr gute Partie. Johnson spielt von den vier Jungs eigentlich bis jetzt im Verhältnis die besten Partien, wenn er nicht zwischendurch immer mal patzen würde.
Alex fragte mich zwischendurch einmal, ob er Remis anbieten darf und schätzte seine Stellung selbst so ein: „Ich habe wenig Zeit, stehe dafür aber etwas besser.“ Die Entscheidung fiel mir sehr leicht, da der Wettkampf zu dem Zeitpunkt noch nicht allzu gut aussah. Alex hat also mit dem Remisverbot weitergespielt und er sollte Recht behalten. Er stand mit Schwarz nicht nur etwas besser, sondern einfach gut! Langsam, aber sicher und sehr konzentriert hat Alex seinen Vorteil immer weiter ausgebaut, die eigenen Figuren aktiviert, dann einiges abgetauscht und einfach mal zwei Türme auf der zweiten Reihe platziert. Was machen zwei Türme auf der zweiten Reihe? Genau, sie nerven und setzen schließlich Matt! Genau so kam es auch in dieser Partie und Alexander krönte seine beste Partie (bis jetzt) mit einem schönen Matt samt Figurenopfer!
Åke hat gegen eine ihm unbekannte Eröffnung früh einen Bauern verloren, aber durchaus Kompensation erhalten. Er hat dann weiterhin ordentlich, aber leider etwas inkonsequent gespielt und nicht den gegnerischen König direkt ins Visier genommen hat. Dann hat er irgendwann die Information von uns bekommen, das ein Remis für den Mannschaftssieg ausreicht und dann hat er wieder genau das gemacht, was er am Besten kann: Er hat alle Bauern am Königsflügel abgetauscht und verblieb mit einem Turm gegen Turm und Randbauer, was natürlich einfach Remis ist. Das hat Åke dann auch noch ca. 15 Züge lang gezeigt, denn der Gegner hatte immer noch sein Remisverbot im Kopf und hat immer weiter gespielt, bis der gegnerische Mannschaftsführer das Verbot aufgehoben und unsere Mannschaft erlöst hat. Danke nochmal!
So stand also ein schönes
2½-1½ durch die gute Leistung als Team!

PS: Ich wurde gefragt, warum meine Berichte so unregelmäßig kommen und ob ich nicht vielleicht sogar live berichten könnte. Das würde ich sehr gerne machen, aber im Spiellokal habe ich kein Internet, sondern nur hier in der Jugendherberge. Mittags kann ich also nur berichten, wenn nach den Partien und 4 Analysen noch genug Zeit da ist fürs Essen, Vorbereitung und bloggen ist. Es tut mir Leid liebe Eltern und sonstige Leser, aber die Jungs gehen vor. Winking
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Runde 2 - 65 Minuten!

Jetzt endlich der Bericht zur zweiten Runde und evtl. gleich auch noch Runde 3 und 4 hinterher.
65 Minuten, 65 Minuten! Ich wiederhole: 65 Minuten! 65 Minuten hat es gedauert und wir standen gegen den an zwei der Setzliste gesetzten Treptower SV mit 0-3 zurück. Alle vier Spieler haben grauenhaft gespielt und hatten zu viel Respekt vor den Gegnern und ihren Zahlen und hatten so Angst und haben echt schlecht gespielt.
Henning landete nach 10 Zügen in einer Eröffnungsfalle und verblieb nach 15 Zügen mit einer verlorenen Stellung, die er etwas später zu Recht aufgab.
Åke spielte viel zu schnell und viel zu unkonzentriert. Er hat genau das gemacht was er sonst nicht macht. Er hat NICHT ganz ruhig und absolut solide gespielt, sondern hat mehrere riskante und einfach schlechte Züge gemacht und auch in sehr wenigen Zügen und sehr wenig Zeit verloren.
Alexander an 3 spielte zwar noch am besten von den vieren, aber auch er musst nach ca. 100 Minuten die Waffen strecken, er hat es einfach nicht geschafft einen eigenen Königsangriff aufzubauen und dann wurde er am Damenflügel und über die lange Diagonale besiegt.
Johnsons Partie war genauso grausam wie die beiden an 1 und 2 und auch Johnson hat nach ca. einer Stunde verloren.
Ein 0-4 gegen Treptow ist trau, aber ich kann damit leben. Womit ich definitiv NICHT leben kann ist die Art und Weise, wie die Jungs unter die Räder kamen und nicht den Hauch von Gegenwehr leisten.
Morgen geht es gegen die an 1 gesetzte Mannschaft von Aufbau Elbe Magdeburg. Die Jungs wissen noch nichts von ihrem schweren Los, aber ich hoffe sie können sich morgen (trotz der scheinbar übermächtigen Gegner) auf ihre Partien konzentrieren und ordentlich spielen! Denn wenn die Jungs sich konzentrieren und ihr Potenzial voll ausschöpfen, dann ist auch Magdeburg schlagbar.
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Runde 1 - Dominanz hoch 4

So jetzt mein kurzes Bericht zur ersten Runde, die hexte morgen um 8 Uhr begann (8 Uhr? Ernsthaft?! Wer denkt sich denn so welche Zeiten aus??). Wie schon beschrieben hieß unser Gegner SK Roland Weißenfels, die an Brett 1 mit 1218 DWZ klar um knappe 400 Punkte im Nachteil waren und an den anderen Brettern jeweils 50-100 Punkte weniger hatten. Wir (an 8 gesetzt) waren also gegen den an 18 gesetzten Gegner aus der Nähe von Leipzig klar favorisiert und wir wurden dieser Rolle auch gerecht und gewannen verdient mit 3½-½. Jetzt was kurzes zu den einzelnen Partien.
An Brett 1 spielte Henning eine hochkonzentrierte ruhige Partie, in der ein nahezu symmetrisches Endspiel mit Turm und Springer auf beiden Seiten entstand. Henning machte langsam Fortschritte und aktivierte seine Figuren immer mehr, so dass er das Remisangebot des Gegner ablehnen konnte. Anscheinend hat dies dem Gegner missfallen und das Zugtempo erhöhte sich merklich. Henning hat dies bemerkt und einfach seinen Turm nach vorne gezogen und den Springer angegriffen. Sein Gegner wollte wieder sehr schnell ziehen, berührte den König und musste ihn ziehen. Zack, war die Figur weg und die Stellung mit Mehrspringer wurde von Henning sicher und zielstrebig in den vollen Punkt verwandelt.
An Brett 2 hat
Åke eine Partie im Åke-Fuhrmann-Stil gespielt und ziemlich sicher gewonnen. Er spielt seine Eröffnung sicher und konzentriert, grabscht sich dann irgendwann einen Bauern, irgendwann einen zweiten und verteidigt sich dann konzentriert und einfach gut gegen den Königsangriff des Weißen, bis er einige Figuren abtauschen kann und mit einem völlig gewonnenen Endspiel zurückbleibt und dieses souverän gewinnt. Eine sehr schöne Partie von unserem Mann an Brett 2!
Alexander an zwei bekam es mit einem Gegner zu tun, der anscheinend noch nie gegen die Schottische Eröffnung gespielt hat und nach 3.d4 den Wunderzug 3…Ld6 entkorkt. Nach weiteren 4.d5 Sce7 bleibt eine schwarze Figur der tragische Verlierer in der ganzen Partie, der Läufer auf c8. Alex erkennt, dass der Läufer auf d6 schlecht steht, aber dass ein Bauer auf d6 noch VIEL schlechter stehen würde und spielt Sd2-c4-xe6 und erreicht eine Bauernstruktur mit weißen Bauern auf e4 und d5 und schwarzen Bauern auf e5, d6 und d7. Der Läufer auf c8 (und der damit auch der Turm auf a8) ist begraben. Schwarz opfert/stellt ein (ich bin nicht so sicher) kurz darauf unmotiviert eine Figur und bekommt dafür etwas, was optisch zwar nach Angriff aussieht, aber in Wirklichkeit nur Schall und Rauch ist. Alex konzentriert sich leider zu stark auf diesen „Angriff“ und macht trotz Mehrfigur einige sehr passive Züge und dadurch keinerlei Fortschritte, nur die Zeit wird immer knapper (an dieser Stelle Lib an alle 4 Spieler- in der ersten Runde wurde sehr langsam und konzentriert gespielt - sehr schön!). Nach einiger Zeit hat Alex dann aber auch wieder gesehen, dass Schwarz eigentlich gar nichts droht und sich entknotet und die Partie mit seiner Mehrfigur (trotz Zeitnot) sehr schön gewonnen.
Kommen wir schließlich zu Brett 4, an dem Johnson gegen einen deutlich schwächeren Spieler spielte. Man kann sich jetzt fragen, wie das alles zusammenpasst: Ich schreibe deutlich schwächerer Gegner, ich schreibe Dominanz hoch 4 und trotzdem spielen wir nur 3½-½? Ja, das stimmt alles! Klingt komisch? Ja, das kann sein, aber lasst mich erklären. Johnson machte aufgrund von Unkenntnis in der Eröffnung einen schlechten Zug und fand sich nach 5 Zügen schon in einer sehr unbequemen Stellung. Trotzdem arbeitete er sich wieder zurück und erreichte eine Stellung mit 4 gegen 3 Bauern auf einem Flügel und beide Spieler hatten noch einen Turm und zwei Leichtfiguren. In dieser (mittlerweile wieder klar besseren Stellung) patzte Johnson genau einmal, dafür aber extrem! Er stellte in einem Zug zwei Leichtfiguren ein, das ist gar nicht so einfach, aber es geht. Zurück blieb Johnson mit einem Turm und 4 Bauern und der Gegner mit einem Turm, 2 Springern und 3 Bauern. Dies ist normalerweise natürlich völlig verloren, aber Johnson schaffte es einen Springer zurückzugewinnen und es in eine Stellung mit weißem Turm, Springer und Bauer gegen einen einzelnen schwarzen Turm zu verwandeln. In diesem Endspiel stellte Weiß sich dann doch sehr schlecht an und Johnson schaffte es folgende Stellung zu erreichen:

Bildschirmfoto 2013-09-12 um 18.18.03

Weiß ist hier am Zug und kann es sich nicht verkneifen 63.g4+ zu spielen. Erst nach 63…Kg5! fällt ihm auf, dass er nicht mich 64. Se6+ den Turm auf d8 gewinnen kann, weil er nach 64…Kxh4 65.Sxd8 Kxg4 mit einem blanken Springer dasteht und das Remis beschlossen ist. Er entschied sich nach 63…Kg5! also für 64. Sg2, nur um nach 64…Te8+ mit 65.Kd4?? abermals fehlzugreifen und nach 65…Te2 66.Th2 Kxg4 das Remis zu akzeptieren.
Die ganzen Partien gibt es auf der Turnierhomepage http://www.dvm-schach.de/nvm_2013/index.htm immer aktuell.
Mein Bericht zur zweiten Runde gibt es heute Abend, wenn die Jungs vorbereitet sind.

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Der erste Tag

Hallo,
ich melde mich erst jetzt, weil wir nach unserer Ankunft in der Jugendherberge direkt zum Essen gegangen sind und danach die Rezeption nicht mehr besetzt wahr und ich kein W-LAN mehr kaufen konnte.
Wir sind tatsächlich alle heil angekommen. Wir haben uns um 15:30 am Reisezentrum der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof getroffen und es waren tatsächlich alle pünktlich (Ja ich gebe ja zu, ich war zu spät) und so sind wir pünktlich in den Metronom gestiegen und nach Uelzen gefahren.
Umstieg in Uelzen, wenig Zeit, viel Stress, alle achten auf die vier Jungs, keiner achtet auf Lukas’ Jacke, keinem fällt es auf, Bahn erwischt, nach Magdeburg gefahren, ausgestiegen, Sachen gecheckt, Jacke vermisst, Bahn durchsucht, Panik bekommen, Jacke ist weg! Ja Lukas hat tatsächlich seine Lederjacke in dem Metronom vergessen, mit dem wir von Hamburg nach Uelzen gefahren sind. Die netten Damen am DB-Infoschalter haben uns eine Telefonnummer gegeben, wo wir anrufen sollten, aber bis jetzt ist die Jacke dort noch nicht aufgetaucht. Hoffen ist angesagt.
Nach dem Abendessen stand die obligatorische Betreuersitzung an, bei der allerlei Sachen angesagt wurden (zB die sehr nette Karenzzeit von einer Stunde) und ich in das Schiedsgericht gewählt wurde (irgendwer muss es ja machen und da wird eh nichts passieren).
Dann haben wir uns die Paarungen angesehen und den für Lukas und mich bis dato unbekannten SK Roland Weißenfels als unseren Gegner ausgemacht. Nach einer kurzen Vorbereitung (davon kam natürlich nichts auf die Bretter *grumpf*) begaben wir uns in die Zimmer, haben noch etwas Spaß gehabt und sind dann irgendwann schlafen gegangen.
Jetzt muss ich die Jungs vorbereiten gehen, mein Bericht zur ersten Runde kommt bald. Die Vorstellung der Spieler kommt sobald die Jungs und ich mal Zeit dafür haben.
Bis nachher!
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Blog zur NVM U 12 2013

Hallo auf meiner kleinen Homepage!
In den nächsten Tagen bin ich mit vier sehr motivierten Jungs auf der Norddeutschen Vereinsmeisterschaft U12 2013 in Magdeburg. Wir sind vielleicht nicht eines der favorisierten Teams, aber wir freuen uns trotzdem drauf.
Die vier Spieler meiner Mannschaft werden natürlich noch nicht verraten, aber ich kann ja schon mal bekannt geben, dass ich mit einem unserer beiden FSJlern, nämlich Lukas Heyne nach Magdeburg fahren. Lukas und ich geben zusammen Dienstags um 16:15 Training im Klub und wir verstehen uns sehr gut. Wir sind sehr motiviert und freuen uns sehr auf die Reise. Neben den vier Jungs und uns zwei Trainer-Betreuern fährt ein Vater mit auf die Reise und unterstützt uns mit den Betreueraufgaben. Wir freuen uns drauf.
Den nächsten Blogeintrag gibt es morgen Abend in der Jugendherberge, wenn wir angekommen sind. Thema dann: Was geschah am ersten Tag und die Vorstellung der Spieler!
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