Runde 3 - Das ist Teamgeist!

Runde drei!
Wieder um 8 Uhr morgens, die Jungs sind zum Teil sehr schwer zu wecken und wir kommen erst um 7:45 beim Frühstück an. Was macht man also, wenn man noch ca. 7 Minuten Fußweg zum Spiellokal hat und trotzdem was essen möchte? Man nimmt sich ein Brötchen, klatscht irgendetwas dazwischen (Käse, Wurst, was auch immer) und nimmt das Brötchen in der Hand mit auf den Weg. Gesagt, getan! Los geht’s!
Am Brett angekommen saßen wir den vier Jungs vom Peiner SV gegenüber und es sollte sich zeigen, dass die Jungs auf mich hören und sehr gut für die Mannschaft spielen können.
Henning hatte an Brett 1 von Anfang an eine sehr schwierige Partie zu spielen. Seine Ablehnung des Königsgambits mit Lc5 muss er sich anscheinend noch mal angucken, denn die Stellung die entstand war nicht so schön, wie er sie vielleicht erwartet hatte und der weiße Bauer auf f5 hätte zu einem riesigem Problem für Hennings König werden können, wenn Weiß mal auf die Idee gekommen wäre einen Angriff am Königsflügel mittel Sh4, Dg3 und f6 (unterstützt durch den Turm auf f1) zu fahren. So wurde der weiße Vorteil immer kleiner und Weiß nahm etwas später trotz Mehrbauer das Remisangebot von Henning an. Der Grund dafür war wahrscheinlich die deutlich höhere DWZ Hennings. Glück gehabt.
Johnson an vier spielte eine ordentliche Parte, in der er früh eine Qualität (Turm gegen Läufer) gewann, aber dann leider einen Springer einstellte, was zu der interessanten Materialverteilung zwei Türme gegen Turm und zwei Läufer führte. Johnson spielte dieses eigentlich schlechtere Endspiel sehr ordentlich und gewann dann durch eine Fesselung die beiden Läufer für einen Turm zurück und wickelte das Endspiel sehr clever in ein Bauernendspiel mit Randbauern ab, welches einfach Remis war. Bis auf den Einsteller eine sehr gute Partie. Johnson spielt von den vier Jungs eigentlich bis jetzt im Verhältnis die besten Partien, wenn er nicht zwischendurch immer mal patzen würde.
Alex fragte mich zwischendurch einmal, ob er Remis anbieten darf und schätzte seine Stellung selbst so ein: „Ich habe wenig Zeit, stehe dafür aber etwas besser.“ Die Entscheidung fiel mir sehr leicht, da der Wettkampf zu dem Zeitpunkt noch nicht allzu gut aussah. Alex hat also mit dem Remisverbot weitergespielt und er sollte Recht behalten. Er stand mit Schwarz nicht nur etwas besser, sondern einfach gut! Langsam, aber sicher und sehr konzentriert hat Alex seinen Vorteil immer weiter ausgebaut, die eigenen Figuren aktiviert, dann einiges abgetauscht und einfach mal zwei Türme auf der zweiten Reihe platziert. Was machen zwei Türme auf der zweiten Reihe? Genau, sie nerven und setzen schließlich Matt! Genau so kam es auch in dieser Partie und Alexander krönte seine beste Partie (bis jetzt) mit einem schönen Matt samt Figurenopfer!
Åke hat gegen eine ihm unbekannte Eröffnung früh einen Bauern verloren, aber durchaus Kompensation erhalten. Er hat dann weiterhin ordentlich, aber leider etwas inkonsequent gespielt und nicht den gegnerischen König direkt ins Visier genommen hat. Dann hat er irgendwann die Information von uns bekommen, das ein Remis für den Mannschaftssieg ausreicht und dann hat er wieder genau das gemacht, was er am Besten kann: Er hat alle Bauern am Königsflügel abgetauscht und verblieb mit einem Turm gegen Turm und Randbauer, was natürlich einfach Remis ist. Das hat Åke dann auch noch ca. 15 Züge lang gezeigt, denn der Gegner hatte immer noch sein Remisverbot im Kopf und hat immer weiter gespielt, bis der gegnerische Mannschaftsführer das Verbot aufgehoben und unsere Mannschaft erlöst hat. Danke nochmal!
So stand also ein schönes
2½-1½ durch die gute Leistung als Team!

PS: Ich wurde gefragt, warum meine Berichte so unregelmäßig kommen und ob ich nicht vielleicht sogar live berichten könnte. Das würde ich sehr gerne machen, aber im Spiellokal habe ich kein Internet, sondern nur hier in der Jugendherberge. Mittags kann ich also nur berichten, wenn nach den Partien und 4 Analysen noch genug Zeit da ist fürs Essen, Vorbereitung und bloggen ist. Es tut mir Leid liebe Eltern und sonstige Leser, aber die Jungs gehen vor. Winking
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