Runde 4 - Mehr Licht als Schatten

Nachmittagsrunde nach dem Mittagessen (Wurstgulasch - teils auch ohne Wurst, aber lecker), der Gegner heißt Hagener SV und Lukas erklärt die Begegnung einfach mal (aus freundschaftlichen Gründen) zum Wettkampf des Turniers und holt die große Motivationskeule raus.
Außerdem weiß er genau, was Hagen gerne mal an Eröffnungen spielt und deshalb gibt es eine Vorbereitung für
Åke und die sticht, wie eine Vorbereitung nur stechen kann! Nach nur 12 Zügen hatte Åke einen Mehrbauern und eine klar bessere Stellung und dann schaltet er einfach in den Åke-Fuhrmann-Modus, sammelt weiteres Material ein, lässt der Gegnerin nicht den Hauch einer Chance und holt den vollen Punkt sicher und absolut verdient nach Hause!
Der Sieg von
Åke war dann sogar schon das 2-0, weil Johnson an 4 die Partie seines Lebens spielte! Er spielte (unbewusst) eine seltene Nebenvariante, machte später noch einen Fehler (er hat eine Figur nicht weggenommen), aber spielte ansonsten aggressiv, zielstrebig, direkt und einfach sehr sehr gut. Auf diese Partie bin ich stolz und das kann Johnson auch sein! Auf der Turnierhomepage (http://www.dvm-schach.de/nvm_2013/index.htm) kann man sich das Glanzstück (Foo, Tzun Hong - Lindemann, Jarno) inklusive dem sehr schönen Mattbild ansehen.
Nicht so stolz ist Henning auf seine Partie. Sein Gegner überraschte ihn und uns mit einer selten Variante und Henning bekam etwas Panik und machte in den ersten 5 Zügen zwei unnötige Randbauernzüge und verlor so zwei wichtige Züge und der Gegner konnte sich sehr viel besser entwickeln und das Zentrum unter Kontrolle nehmen. Das sah auch Henning und wollte unbedingt einen Gegenschlag im Zentrum ansetzen, der dann allerdings doch sehr deutlich nach hinten losging und Henning mit seiner schlechten Stellung und Minusbauer zurücklässt. Das war leider nicht mehr zu reparieren und Henning musste die Waffen strecken. Henning hat leider noch nicht so ganz ins Turnier reingefunden, aber das kommt bestimmt noch und auch er wird noch einmal zum wichtigen Matchwinner avancieren.
Die letzte Partie beim Stande von 2-1 spielte Alexander Stahl. Es war eine ziemlich ruhige Partie, die sich in ein materiell ausgeglichenes Turmendspiel verwandelte, in dem Alex durch seinen aktiveren Turm klar besser stand. Kurz vor dem Übergang ins Turmendspiel hatte Alex noch einmal die Möglichkeit die Stellung deutlich zu vereinfachen:

Bildschirmfoto 2013-09-13 um 23.50.43

In dieser Situation hat Alex 32…a3 gespielt und nach der Zugfolge 33.b3 cxb3 24.Dxb5 hat er einfach die Dame mittels 24…Txb5 zurückgenommen und ein ein Turmendspiel eingelenkt. Einfacher wäre dieses Turmendspiel aber gewesen, wenn er einfach 24…b2+ 25.Kb1 Txb5 gespielt hätte, weil der weiße König dann auf b1 gefangen wäre und Schwarze einfach ein Endspiel mit Mehrkönig spielt. Trotzdem hat Alex später eine klar bessere Stellung erreicht, aber dann das Remisangebot durch dreimalige Stellungswiederholung akzeptiert anstatt einfach weiter risikolos auf Gewinn zu spielen. Mannschaftsdienlich war das ja, aber seiner Entwicklung hilft das nicht. Ich habe mal von meinem damaligen Trainer Jürgen Bildat gelernt: „Stellungen, die man nicht verlieren kann, darf man nicht Remis geben.“ Das habe ich jetzt an die Jungs weitergegeben, aber Remis ist Remis und wir haben Runde vier mit 2½-1½ gewonnen. Jetzt sind wir Fünfter und morgen früh geht es gegen die an 1 gesetzte Mannschaft von Aufbau Elbe Magdeburg. Mal schauen was passiert. ich bleibe bei meiner Meinung: Wenn die Jungs sich konzentrieren und ordentlich spielen, können sie hier jeden schlagen. Andersherum können sie wenn sie einen echt miesen Tag haben auch von jedem geschlagen werden.

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